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Sabine und Dieter Fahl (Greifswald / Berlin) mit dem “Lichatschow-Preis” geehrt

Sabine und Dieter Fahl © Foto: privat

Sabine Fahl und Dieter Fahl, 2013-2018 Mitarbeiter des Greifswalder DFGForschungsprojektes “Texterschließung der Kratkaja Chronografièeskaja Paleja” am Lehrstuhl für Neues Testament, sind am 28. November 2021 mit dem renommierten “LichatschowPreis” ausgezeichnet worden, der in St. Petersburg verliehen wird. Dieser Preis, der 2006 gestiftet wurde, ist nach Dmitri Sergej ewitsch Lichatschow (1906-1999) benannt - dem Altmeister der kirchenslavischen Literaturgeschichte. Bis in sein hohes Alter war Dmitri Lichatschow, der als Student den stalinistischen Terror im Straflager von Solowki überlebte, Anwalt und Vaterfigur einer stetig wachsenden Gruppe von Menschen, die russische Kulturgüter zu bewahren und zu erschließen unternahmen. Mehr als vier Jahrzehnte leitete er die Abteilung für Altrussische Literatur am Puschkin-Haus der Staatlichen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg, die unter schwierigen Bedingungen auch das Erbe religiöser Texte pflegte. Als Preisträger des Jahres 2021 wurden Sabine und Dieter Fahl für die Erschließung, Erforschung und Popularisierung altrussischer Literatur außerhalb Russlands geehrt - aktuell für ihre mustergültige, zweibändige Edition der “Kratkaja Chronografièeskaja Paleja” (Gütersloh 2019), die in Greifswald entstand. Diese so genannte “Kurze Chronographische Paleja” gehört zum Genre der europäischen Historienbibeln. Sie schreibt im 15. Jh. im Raum Novgorod die biblischen Geschichtserzählungen zu einer Darstellung der Weltgeschichte aus und stellt eine wertvolle Quelle für die Überlieferungsgeschichte der Bibel an der Schwelle zur Neuzeit dar. Zugleich werden mit dieser Auszeichnung die langjährigen Verdienste von Sabine und Dieter Fahl um die Übersetzung und Edition altrussischer und kirchenslavischer Texte gewürdigt. So waren sie etwa maßgeblich beteiligt an den Ausgaben “Das Väterbuch des Kiewer Höhlenklosters” (1988), “Auf Gottes Geheiß sollen wir einander Briefe schreiben. Altrussische Epistolographie” (1999) oder “Das Corpus des Dionysios Areiopagites in der slavischen Übersetzung von Starec Isaija” (5 Bd.e, 2010-2013). Die Preisverleihung wird voraussichtlich im März 2022 in St. Petersburg stattfinden.

Herzlichen Glückwunsch!

Pressemitteilung


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