Evangelische Theologie in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald studieren


Reizvolle Umgebung...

GREIFSWALD liegt in reizvoller ländlicher Umgebung am Greifswalder Bodden, hat kaum Industrie und ist von den Inseln Rügen und Usedom (und damit von der offenen See) jeweils ca. 50 km entfernt. Berlin ist mit der Bahn in 23/4 Stunden zu erreichen.

Das Stadtbild wird von drei mittelalterlichen Kirchen der Backstein-Gotik geprägt. Als Höhepunkt des reichhaltigen kirchenmusikalischen Angebots findet jeweils im Juni eine „Johann-Sebastian-Bach-Woche“ statt. Vor den Toren der Stadt liegt das von Caspar David Friedrich vielfach gemalte Kloster Eldena.

Familiäre Atmosphäre...

Die UNIVERSITÄT Greifswald wurde 1456 gegründet und ist damit die siebentälteste in Deutschland. Seit 1933 führt sie den Namen Ernst Moritz Arndts, der hier 1791 studierte und von 1800-1811 als Historiker lehrte. Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität ist eine kleine, aber sehr lebendige Universität mit reichen Traditionen und wertvollen Kunstschätzen. Derzeit sind reichlich 11.000 Studierende immatrikuliert, ca. 400 davon an der Theologischen Fakultät.

Die Atmosphäre ist fast familiär, die Studienbedingungen sind in dieser Hinsicht außerordentlich günstig. Heute wird die Stadt ganz wesentlich von der Universität geprägt: In wenigen Minuten erreicht man vom Bahnhof aus das Universitätshauptgebäude, das Hörsaalgebäude, die alte Bibliothek, zahlreiche Institute der Philosophischen Fakultät sowie das gegenüber dem Hauptgebäude gelegene Gebäude der Theologischen Fakultät. All diese universitären Einrichtungen befinden sich zentral in der Greifswalder Altstadt, die mit der Ladenstraße und dem Markt ebenfalls bequem zu Fuß erreicht werden kann.


Grußwort des Dekanats

Willkommen im neuen Semester WS 2016/17

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen!

Seit dem Jahr 2000 trägt das Gebäude der Theologischen Fakultät in Greifswald den Namen “Ernst-Lohmeyer-Haus” – und erinnert damit an eine bedeutende Persönlichkeit unserer alma mater. Ernst Lohmeyer (1890-1946) begann seine Arbeit am Neuen Testament zunächst als Nachfolger Rudolf Bultmannsin Breslau. Weil er sich dort für einen jüdischen Kollegen einsetzte, wurde er 1935 zwangsweise nach Greifswald versetzt. Hier verfasste er eine ganze Reihe wichtiger Schriften. Als es 1945 galt, auch an der Universität einen Neubeginn zu wagen, übernahm Lohmeyer das Amt des Rektors. Doch schon ein Jahr später fiel er den politischen Intrigen der neuen Machthaber zum Opfer. In der Nacht vor der Wiedereröffnung der Universität am 15. Februar 1946 wurde er vom sowjetischen Geheimdienst NKWD verhaftet und am 19. September 1946 in Greifswald erschossen. Bis Anfang der 50er Jahre blieb die Öffentlichkeit darüber im Unklaren, bis 1990 war seine Geschichte tabuisiert. Am 15. August 1996 erfolgte Lohmeyers vollständige Rehabilitierung durch den Generalstaatsanwalt der Russischen Föderation. Am 19. September 2016 jährt sich sein gewaltsames Ende zum 70sten Mal.

Am 24. Oktober 2016 wird ein Symposium unter dem Titel “Hoffnungsvoller Aufbruch - gewaltsames Ende” an diesen Todestag erinnern. Dazu erwarten wir einen internationalen Kreis von Referenten, die sich vor allem mit dem Werk Ernst Lohmeyers auseinandersetzen werden.

Dem vorliegenden kommentierten Vorlesungsverzeichnis ist ein attraktives Angebot zu entnehmen. In Greifswald kann man sich über das übliche Programm hinaus ganz besonders mit Fragen der Gemeindeentwicklung, der Medizinethik, der Kulturanthropologie, der Medienethik, der kirchlichen Zeitgeschichte oder mit Themen frühjüdischer Theologie, mit Judaistik und Religionswissenschaften beschäftigen. In guter Nachbarschaft befindet sich an der Philosophischen Fakultät das Institut für Kirchenmusik mit einem reichhaltigen musikalischen Leben. Die gute Vernetzung innerhalb der Geisteswissenschaften findet ihren sichtbaren Ausdruck in der neuen Fachbereichsbibliothek, in der alle Fächer Regal an Regal stehen und zu neugierigen Lektüren einladen.

Das Ernst-Lohmeyer-Haus am Rubenowplatz präsentiert sich im Wintersemester in neuer Gestalt. Nach dem Umzug der Bibliothek sind hier neue Seminar und Lernräume entstanden, die für die Lehrveranstaltungen der Fakultät eine deutlich verbesserte Situation bereithalten. Auch das Theologische Studienhaus in der Steinstraße bietet nicht nur günstigen Wohnraum, sondern auch eine kleine Bibliothek, ein eigenes Programm und viel Raum für Geselligkeit und Kommunikation.

Das Semester beginnt am 10. Oktober um 8.15 Uhr mit einem ökumenischen Universitätsgottesdienst im Dom St. Nikolai. Im Anschluss nimmt die Theologische Fakultät die Arbeit der kommenden 14 Semesterwochen mit einer Eröffnungsvorlesung auf. Ihnen allen ein herzliches Willkommen in Greifswald – und einen guten Start in ein erfolgreiches neues Semester!

Christfried Böttrich

Studiendekan