Geschichte der Theologischen Fakultät


Lange Tradition...

Als 1456 auf Initiative des Juristen und Bürgermeisters Heinrich Rubenow im Greifswalder Dom die Universität gegründet wurde, waren auch zwei Professoren der Theologie schon mit dabei. Die Theologische Fakultät ist eine Gründungsfakultät. Heute zählt die Theologische Fakultät über 700 Studierende.

Der familiäre Stil dieser Fakultät hat schon manchen angelockt: Das Gespräch untereinander und mit den Lehrenden gelingt meist problemlos. Angesichts der einfachen Besetzung der meisten Lehrstühle sind unsere Dozenten in der Lehre „Generalisten“ und weisen sich doch durch innovative Forschungen als vielfältig profilierte „Spezialisten“ aus. In den Bibelwissenschaften wird nicht nur die Exegese des Alten und Neuen Testaments getrieben, sondern auch das Schrifttum, Kultur und Kult des Judentums reflektiert. Mit den Schätzen des Gustav-Dalman-Instituts besitzt unsere Fakultät dafür ein ganz besonderes „Pfund“.

Die Vertreter der Kirchengeschichte widmen sich ganz gezielt auch der Kirchlichen Zeitgeschichte, unter den Schwesterfakultäten ein seltener Fall. In der Systematischen Theologie ist zentrales Thema die Wahrheitsfrage des christlichen Glaubens. An unserer Fakultät wird dafür auch das intensive Gespräch mit den Dichtern und der Literatur gesucht. Die Praktische Theologie widmet sich der Gestalt des Christentums in Kirche und Gesellschaft und fragt nach verantwortlicher Gestaltung christlicher Existenz auf der Grundlage der biblischen Botschaft. Die Schwerpunkte liegen auf Gottesdienst und Predigt, Seelsorge und klinischer Ethik sowie auf dem Gemeindeaufbau und der Evangelisation. Seit 2004 wird die Praktische Theologie unterstützt durch das neugegründete Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung. Die Disziplin der Religions- und Medienpädagogik ist auf die schulischen und gemeindlichen Bereiche pädagogischen Handelns bezogen. Ein neuer Akzent liegt auf der wissenschaftlichen Beschäftigung mit den Medien, insbesondere mit der „Kinderkultur im Internet“.

Die Greifswalder Theologische Fakultät hat dürftige und glänzende, zuweilen auch nur mittelmäßige Zeiten erlebt. Aber sie hat stets das Leben dieser Universität, der Stadt und der Kirche in dieser Region mitgeprägt. In den Neuanfängen 1945 und 1989 hat sie sich auch bewährt – als ein zuverlässiger Ort geistiger Freiheit. Durch die Lehrer der Theologischen Fakultät wird das Leben wissenschaftlich gedeutet aus einer spezifischen und notwendigen Perspektive: der Frage nach der religiösen Natur des Menschen und der christlichen Antwort darauf.