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Gedenktafel für Ernst Lohmeyer: Universität Greifswald erinnert an mutigen Rektor

Portät Ernst Lohmeyer
© Archiv UG

„Ernst Lohmeyer steht für wissenschaftliche Unabhängigkeit, Zivilcourage und Charakterfestigkeit“, betont der Dekan der Theologischen Fakultät, Prof. Dr. Roland Rosenstock. Sein Leben mahnt dazu, Freiheit von Forschung und Lehre sowie kritisches Denken auch unter politischem Druck zu verteidigen.

Ernst Lohmeyer (1890–1946) gehörte zu den bedeutenden deutschen Theologen seiner Zeit. Als Rektor der Universität Breslau stellte er sich 1933 während antisemitischer Ausschreitungen schützend vor einen jüdischen Kollegen. Dies führte zu einem gerichtlichen Verfahren und 1935 zu seiner Strafversetzung nach Greifswald.

Nach Kriegseinsätzen als Reserveoffizier wurde Lohmeyer 1945 wegen seiner Integrität zum künftigen Rektor der Universität Greifswald bestimmt und mit ihrem Wiederaufbau betraut. In der Nacht vor der feierlichen Wiedereröffnung der Universität im Februar 1946 nahm ihn der sowjetische Geheimdienst NKWD fest. Sein weiteres Schicksal blieb lange ungeklärt. Nach späteren Erkenntnissen wurde Lohmeyer am 19. September 1946 in oder bei Greifswald nach einer Denunziation durch den SED-Kreisleiter und auf Grundlage falscher Vorwürfe erschossen.

Während der DDR-Zeit war sein Tod ein Tabuthema. Erst nach 1990 wurde seine Geschichte öffentlich aufgearbeitet. Der Generalstaatsanwalt der Russischen Föderation rehabilitierte ihn am 15. August 1996 vollständig.

Seit 2000 trägt das Gebäude der Theologischen Fakultät am Rubenowplatz 2/3 Lohmeyers Namen, seit 2015 auch der zentrale Platz auf dem Campus an der Loefflerstraße. Sein Einsatz gegen politische Vereinnahmung, seine Sensibilität für soziale Fragen und sein Engagement im christlich-jüdischen Dialog prägen sein Vermächtnis bis heute.

Organisator

  • Theologische Fakultät

Veranstaltungsort

  • Ernst-Lohmeyer-Platz
    Ernst-Lohmeyer-Platz .
    17489 Greifswald