AG Kirche und Kulturerbe


Konversionen. Glaubensräume im Wandel

Jetzt anmelden zur Spring School Kirche und Kulturerbe 2024

Es sind machtvolle Räume, die in den 1920er und 1930er Jahren entstanden sind. Wuchtige Türme, hohe Parabelbögen und eine mystische Lichtstimmung prägen die Kirchen des Expressionismus. Doch wohin mit so viel Atmosphäre, wenn die Gemeinde den Bau nicht mehr finanzieren kann? In und um Dortmund hat sich in den vergangenen Jahren ein kreatives Experimentierfeld entwickelt, wie Kirchen einer anderen Nutzung zugeführt werden – vom Hotel über das Apartmenthaus bis zur Eventlocation. Die fächerübergreifende Spring School „Kirche und Kulturerbe“ nähert sich diesem Wandel von zwei Seiten: Anhand von religiösen Texten wird grundlegend herausgearbeitet, wie viel gestaltete Macht ein (ehemaliger) Gottesdienstraum verträgt und wie viel Demokratie er möglich macht. Vor Ort stehen dann konkret expressionistische Kirchen des Architekten Josef Franke und deren Vermittlung im Mittelpunkt – auch an Originalzeichnungen im Baukunstarchiv NRW.

Geleitet wird die Spring School von der Kunsthistorikerin/Theologin PD Dr. habil. Karin Berkemann (Universität Greifswald/TU Dortmund) und vom Theologen Prof. Dr. Tobias Braune-Krickau (Universität Greifswald). Die Spring School, zugleich Teil der Workshopreihe „Kirchturmdenken“, findet als Blockveranstaltung vom 4. bis 10. März 2024 in Dortmund statt. Sie bildet eine Kooperation von Architekturstudierenden der TU Dortmund mit Theologiestudierenden der Universität Greifswald. Ebenso sind Studierende weiterer Fachbereiche und Hochschulen sowie allgemein am Thema Interessierte zur Teilnahme eingeladen. Anmeldungen bis 10. Dezember 2023 und Informationen unter: berkemannk@uni-greifswald.de, 0179 7868261, uni-greifswald.de/kirche-und-kulturerbe.


Helga Hüller als Stadtbaudirektorin von Greifswald, April 1974 (Bild: Kurt Batot)

Podcast

Steffen Popp über Helga Hüller und die Altstadtplatte

Es ist ein Gespräch über Bande: Mit Helga Hüller, in den 1970er Jahren Stadtbaudirektorin von Greifswald, war ein Interview altersbedingt leider nicht mehr möglich. Aber ihr Enkel, der Lyriker Steffen Popp, hat mit ihr vor Jahren in einem familiären Erinnerungsprojekt über Vergangenes gesprochen – auch über die Entstehungszeit der Altstadtplatte. Und als gebürtiger Greifswald hat er einen ganz eigenen Blick auf die Stadt am Bodden.

Das Gespräch führte Karin Berkemann am 2. Oktober 2023.


Aktuelles aus dem Kirchenbau


Epistemologien des Transformierens

Transara-Jahrestagung 2023

Bei der dritten Jahrestagung des DFG-Forschungsprojekts Transara wird es am 3. und 4. November 2023 online um die "Epistemologien des Transformierens" gehen, also um die sichtbaren Bedingungen und um die unsichtbaren Bedingtheiten der Veränderung von Sakralbauten. Welche Logiken, Semantiken und Praktiken liegen den Prozessen zugrunde? Auf verschiedene Weisen suchen wir – unter Einbezug von Außenexpertisen – Klärungen und erhoffen uns Verunsicherungen, um so Passagen zu ermöglichen und Öffnungen zu schaffen. Zusammengebracht werden die beobachteten Sakralraumtransformationen mit drei Raummetaphern: Sozialer Raum, Leerer Raum und Performativer Raum. Das Tagungssetting setzt sich zusammen aus Vorträgen, Diskussionen und Workshops.


Veranstaltungsreihe "Experiment Moderne"


Impressionen

In der ersten Septemberwoche 2023 wurden die Veranstaltungen der Reihe "Experiment Moderne" - zwei Ausstellungen und ein Studientag - von rund 270 Personen besucht. Die Ausstellung "Turm und Tunnel" zu den Kirchen- und U-Bahnbauten des Hamburger Architekten Friedhelm Grundmann ist zu den Öffnungszeiten des Greifswalder Doms dort noch bis zum 30. November 2023 zu sehen.

Bilder: K. Berkeman, A. Hansmann, M. Maleschka)

Podcast

Der Lyriker Steffen Popp über seine Großmutter Helga Hüller, die als Greifswalder Stadtbaudirektorin prägend für die Entwicklung der dortigen Altstadtplatte war, das Gespräch führte Karin Berkemann, 2. Oktober 2023

Der Greifswalder Kunsthistoriker Bernfried Lichtnau über baugebundene Kunst in der späten DDR, das Gespräch führte Karin Berkemann, August 2023

Der Theologe Arndt Noack, um 1990 Studentenpfarrer in Greifswald, über die Umbruchjahre in Greifswald, das Gespräch führte Karin Berkemann, August 2023

Der Hamburger Architekt Friedhelm Grundmann über die Modernisierung des Greifswalder Doms, das Gespräch führten Mitarbeiter:innen des Hamburger Denkmalschutzamts, 2010

Die Theologin und Kunsthistorikerin Karin Berkemann zum Kirchenbau der späten DDR-Zeit, das Gespräch führte Tobias Jakobi (Geschichte Europas), August 2023

Der Architekten Günter Donath über das Baugeschehen im Bistum (Dresden-)Meißen in den 1970er bis 1990er Jahren, das Gespräch führte Karin Berkemann, Juli 2023


Experiment Moderne

Zwei Ausstellungen, ein Studientag

Greifswald hat in den 1980er Jahren Architekturgeschichte geschrieben, denn in der Altstadt stießen zwei Realitäten aufeinander: Verfall und Neubau. Die mittelalterliche Planstadt auf schachbrettartigem Grundriss schien perfekt für ein Experiment. Mit der Altstadtplatte wollte eine junge Planer*innengenration verfallende Straßenzüge passgenau rekonstruieren. Nur einzelne historische Häuser wurden bewahrt und neu in Szene gesetzt, während man die Neubauten in abwechslungsreichen Plattenformaten und mit künstlerischen Schmuckmotiven aufwertete. Andere betrauerten den Verlust ihrer Altstadt oder nutzten kreativ die Nischen, die sich in den leerstehenden historischen Häusern auftaten.

Diese Umbruchzeit rückt die AG Kirche und Kulturerbe an der Universität Greifswald mit der Veranstaltungsreihe „Experiment Moderne“ im Spätsommer 2023 neu in den Blick – mit zwei Ausstellungen und einem Studientag. Vom 26. August bis 20. September 2023 ist die Ausstellung “Altstadtplatten. Bau und Kunst in Greifswald 1970–1990” im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg (Martin-Luther-Straße 14) und im angrenzenden Kunstort "Das Fenster" (Lange Straße 75) zu sehen. Der Architekturfotograf Martin Maleschka verbindet so seinen ganz persönlichen Blick auf die hanseatische Spätmoderne mit originalen Zeugnissen der damaligen baubezogenen Kunst. Die Veranstaltungsreihe wird begleitet durch Podcast mit Zeitzeug:innenberichten zum Bauen in der späten DDR-Zeit.

Auch in Sachen Kirchenbau haben die 1980er Jahre in Greifwald sehenswerte Spuren hinterlassen. Denn während diese Architekturgattung in der BRD in den späten 1970er Jahren fast zum Erliegen kam, öffnete sich in der DDR wieder ein Fenster für neue Projekte – gegen Westgeld. Der transdisziplinäre Studientag “Kirchen für neue Städte” widmet sich am 7./8. September  2023 eben jenen religiösen Räumen der Spät- und Postmoderne in Ostdeutschland im gesamtdeutschen und europäischen Umfeld. Nicht zu vergessen die Modernisierung von DDR-Altstadtkirchen, so wie der Greifswalder Dom St. Nikolai durch den Hamburger Architekten Friedhelm Grundmann bis 1989 eine neue Innenraumgestaltung erhielt. Eben im Dom wird die Hamburger Ausstellung "Turm und Tunnel. Friedhelm Grundmann baut für Kirche und U-Bahn” vom 7. September bis 30. November 2023 zu sehen sein. Ob Studientag, Fotoinstallation oder bauhistorische Ausstellung – in der ersten Septemberwoche ist Greifswald in jedem Fall eine Reise wert, zumal zusätzlich die Kulturnacht und der Tag des offenen Denkmals ein attraktives Programm bereithalten.

Kontakt

Für Nachfragen zur Veranstaltungsreihe und für Anmeldungen zum Studientag (bis 25. August 2023): Dr. Karin Berkemann, berkemannk@uni-greifswald.de,
+49 3834 4202546.

Greifswald, St. Marien neben Altstadtplatte (Bild: Martin Maleschka)
Greifswald, "City-Grill am Domeck", Ecke Martin-Luther-Straße/Lappstraße, 1989 (Foto: Lenore Lobeck, Copyright: Robert-Havemann-Gesellschaft)
Greifswald, Christuskirche (Bild: Martin Maleschka)
Greifswald, Knopfstraße 8 mit Werbeaufsteller für nahes Bekleidungsgeschäft, 1989 (Foto: Lenore Lobeck, Copyright: Robert-Havemann-Gesellschaft)

Veranstaltungen in Greifswald

26.8.–20.9.2023: Ausstellung "Altstadtplatten. Bau und Kunst in Greifswald 1970–1990"

26.8.–20.9.2023: Ausstellung "Altstadtplatten. Bau und Kunst in Greifswald 1970–1990"

In den 1980er Jahren hat Greifswald Architekturgeschichte geschrieben. Der Fotograf Martin Maleschka wirft heute einen besonderen Blick auf die ostmoderne Seite der Hansestadt.

Greifswald, Altstadtplatte (Bild: Martin Maleschka)

In Greifswald wurde in den 1980er Jahren moderne Architekturgeschichte geschrieben. Die mittelalterliche Planstadt auf schachbrettartigem Grundriss schien perfekt für ein Experiment. Mit der Altstadtplatte wollte eine junge Planer*innengenration verfallende Straßenzüge passgenau rekonstruieren. Nur einzelne historische Häuser wurden bewahrt und neu in Szene gesetzt, während man die Neubauten in abwechslungsreichen Plattenformaten und mit künstlerischen Schmuckmotiven aufwertete.

Diesen ostmodernen Aufbruch rückt die Fotoinstallation “Altstadtplatten. Bau und Kunst in Greifswald 1970–1990” im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald und im angrenzenden Kunstort "Das Fenster" neu in den Blick. Der Architekturfotograf Martin Maleschka verbindet so seinen ganz persönlichen Blick auf die hanseatische Spätmoderne mit originalen Zeugnissen der baubezogenen Kunst.

Die Ausstellung ist zu sehen vom 26. August bis zum 20. September 2023: im "Fenster" (Lange Straße 75, Greifswald) rund um die Uhr, im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg (Martin-Luther-Straße 14, Greifswald) jeweils montags bis mittwochs von 15:00 bis 18:30 Uhr (Ausnahme: geschlossen am 13. September) und parallel zu den öffentlichen Veranstaltungen des Kollegs. Das Projekt ist Teil der Veranstaltungsreihe "Experiment Moderne" der AG Kirche und Kulturerbe an der Universität Greifswald, gefördert vom Amt für Bildung, Kultur und Sport der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, von der Nordkirche, von der Sparkasse Vorpommern und von der Landesdenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern.

7.9.–30.11.2023: Ausstellung "Turm und Tunnel. Friedhelm Grundmann baut für Kirche und U-Bahn"

7.9.–30.11.2023: Ausstellung "Turm und Tunnel. Friedhelm Grundmann baut für Kirche und U-Bahn"

Der Architekt Friedhelm Grundmann gestaltete U-Bahnhöfe und Kirchen, darunter auch 1989 die Modernisierung des Greifswalder Doms. Sein Werk wird mit dieser Ausstellung erstmals umfassend gewürdigt.

Hamburg-Hohenfelde, U-Bahn-Haltestelle Lübecker Straße, Farbstudie (neuer) Bahnsteig der Linie U1, Sandtmann – Grundmann, 1960/61 (Grafik: Hamburgisches Architekturarchiv, Nachlass Sandtmann, Harder, 1959)

Über fünf Jahrzehnte hinweg hat der Architekt Friedhelm Grundmann (1925–2015) Kirchen und U-Bahnhöfe gestaltet – das ist einmalig in der deutschen Nachkriegsmoderne. 1961 war es ein Verkehrsbau, der ihn in Hamburg bekannt machte, die U-Bahnstation Lübecker Straße mit ihrer eleganten Betonkuppel. Im norddeutschen Raum folgten prominente Aufträge in wechselnden Büropartnerschaften: von markanten Neubauten wie der Simeonkirche in Hamburg-Hamm (1965–1968) bis zur Neuordnung der mittelalterlichen Dome in Lübeck (1962–1973) – und nicht zuletzt in Greifswald (1982–1989). Regelmäßig zog es Grundmann zurück zu den Verkehrsprojekten wie zuletzt zur Erneuerung der Hamburger U-Bahn-Haltestelle und Busumsteigeanlage Wandsbek-Markt (2000–2005).

Mit der Ausstellung “Turm und Tunnel” – einer Kooperation der Universität Hamburg mit dem Online-Magazin moderneREGIONAL, kuratiert von Daniel Bartetzko, Karin Berkemann und Frank Schmitz – wird das Schaffen Grundmanns erstmals umfassend gewürdigt. Als roter Faden dient der Vergleich der beiden, scheinbar widersprüchlichen Baugattungen Kirche und U-Bahn. In beiden Fällen sah sich Grundmann den Bedürfnissen der Menschen und einer maßvollen Moderne verpflichtet.

Die Ausstellung wird gefördert von der Sutor-Stiftung. In Greifswald, wo die Ausstellung nach Hamburg zum zweiten Mal zu sehen sein wird, ist sie Teil der Veranstaltungsreihe "Experiment Moderne" der AG Kirche und Kulturerbe an der Universität Greifswald, gefördert vom Amt für Bildung, Kultur und Sport der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, von der Nordkirche, von der Sparkasse Vorpommern und von der Landesdenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern. Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten des Greifswalder Doms (Domstraße 54) zu sehen: Montag bis Samstag: 10:00 bis 18:00 Uhr, Sonntag: ca. 11:30 bis 12:30 Uhr, 15:00 bis 18:00 Uhr.

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7.–8.9.2023: Studientag "'Kirchen für neue Städte'. Religiöses Bauen der Spätmoderne"

7.–8.9.2023: Studientag "'Kirchen für neue Städte'. Religiöses Bauen der Spätmoderne"

Der transdisziplinäre Studientag widmet sich dem spät- und postmodernen Kirchenbau in Ostdeutschland im gesamtdeutschen und europäischen Umfeld.

Greifswald, Christuskirche, fertiggestellt 1984 im Rahmen des Sonderbauprogramms (Bild: Martin Maleschka)

Während der westdeutsche Kirchenbau in den späten 1970er Jahren scheinbar fast zum Erliegen kam, öffnete sich in Ostdeutschland gerade wieder ein Fenster für neue Pläne. Gegen West-Geld erlaubte die DDR-Regierung damals verschiedenen christliche Gemeinschaften, eigene Räume zu errichten: Unter dem Motto „Kirchen für neue Städte“ wurden die ersten Bauten noch in den 1970er Jahren eingeweiht, die letzten Projekte vollendete man in den frühen 1990er Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung. Doch ein Überblick über das Bauen der Religionen in der Spät- und Postmoderne im deutsch-deutschen Vergleich steht bislang noch aus.

Vor diesem Hintergrund organisiert die AG „Kirche und Kulturerbe“ an der Theologischen Fakultät der Universität Greifswald in Kooperation mit dem Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz daher den Studientag „Kirchen für neue Städte“, der am 7./8. September 2023 in Greifswald stattfinden wird. Darin kommen Nachwuchswissenschaftler*innen, Forscher*innen und Zeitzeug*innen aus Architektur und Kunstgeschichte, Kirche und Theologie, Denkmalpflege und Urbanistik in Vorträgen, Sektionen und Diskussionsrunden miteinander ins Gespräch.

Tagungsorte sind in Greifswald die Altstadtkirche St. Marien (Annenkapelle, Marienkirchplatz/Brüggstraße) und als modernes Gegenüber die Christuskirche (An der Christuskirche 3) im Plattenviertel Schönwalde II, 1984 fertiggestellt im Sonderbauprogramm. Der Studientag ist Teil der Veranstaltungsreihe "Experiment Moderne" - der AG Kirche und Kulturerbe an der Universität Greifswald, vertreten durch Tobias Braune-Krickau und Karin Berkemann, unter der wissenschaftlichen Tagungsleitung von Karin Berkemann, gefördert vom Amt für Bildung, Kultur und Sport der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, von der Nordkirche, von der Sparkasse Vorpommern und von der Landesdenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern. Im Herbst und Winter 2023 rückt sie die ostmoderne Seite der Universitäts- und Hansestadt Greifswald in den Mittelpunkt.

Um Anmeldung bis zum 25. August 2023 wird gebeten unter: berkemannk@uni-greifswald.de

zum Programm des Studientags

8.9.2023, 14:00–15:00 Uhr: "Neustadtplatten". Architekturspaziergang durch Schönwalde II

8.9.2023, 14:00–15:00 Uhr: "Neustadtplatten". Architekturspaziergang durch Schönwalde II

Auf ihrem Rundgang durch die ostmoderne Plattenbausiedlung Schönwalde II verbindet die Quartierskoordinatorin Ruth Bördlein die gestalterische mit der sozialen Perspektive.

Greifswald, Plattenbaudetail (Bild: Martin Maleschka)

Als man sich in der Altstadt noch auf die kommende Sanierung vorbereitet, waren die Bauarbeiten für Schönwalde II schon in vollem Gange. Ab 1974 entstand hier eine groß angelegte Plattensiedlung für die Mitarbeiter*innen von Nachrichtenelektronik und Kernkraftwerk. Auf ihrem Rundgang verbindet die Quartierskoordinatorin Ruth Bördlein die gestalterische mit der sozialen Perspektive. Sie richtet den Blick ebenso auf ostmoderne Kunstwerke im öffentlichen Raum wie auf die Frage, wer hier heute wovon lebt.

Die Führung ist Teil der Veranstaltungsreihe "Experiment Moderne" der AG Kirche und Kulturerbe an der Universität Greifswald, gefördert vom Amt für Bildung, Kultur und Sport der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, von der Nordkirche, von der Sparkasse Vorpommern und von der Landesdenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern.

Als Teil der Kulturnacht dauert die Führung rund eine Stunde. Treffpunkt ist vor der Christuskirche (An der Christuskirche 3, Greifwald-Schönwalde II).

8.9.2023, 16:30–17:30 Uhr: Straßenvernissage "Turm und Tunnel. Friedhelm Grundmann baut für Kirche und U-Bahn"

8.9.2023, 16:30–17:30 Uhr: Straßenvernissage "Turm und Tunnel. Friedhelm Grundmann baut für Kirche und U-Bahn"

Während die Abrissbagger der Altstadtrekonstruktion näher rückten, modernisierte der Architekt Friedhelm Grundmann in den 1980ern den Dom. Mit dieser Ausstellung wird sein Schaffen erstmals umfassend gewürdigt.

Greifswald, Dom St. Nikolai mit Altstadtlaterne der 1980er Jahre (Bild: Gregor Zoyzoyla)

Während die Abrissbagger der Altstadtrekonstruktion immer näher rückten, modernisierte der Hamburger Architekt Friedhelm Grundmann in den 1980er Jahren den Greifswalder Dom. Über fünf Jahrzehnte hinweg gestaltete er im gesamten norddeutschen Raum sowohl Kirchen als auch U-Bahnhöfe – das ist einmalig in der deutschen Nachkriegsmoderne.

Mit der Ausstellung “Turm und Tunnel”, die ab dem 7. September bis zum 30. November 2023 im Dom zu sehen ist, wird das Schaffen Grundmanns erstmals umfassend gewürdigt. Als roter Faden dient der Vergleich der beiden, scheinbar widersprüchlichen Baugattungen Kirche und U-Bahn. In beiden Fällen sah sich Grundmann den Bedürfnissen der Menschen und einer maßvollen Moderne verpflichtet.

Um 16.30 und um 17:00 Uhr, als Teil der Greifswalder Kulturnacht, wird je eine Kuratorenführung des Journalisten Daniel Bartetzko durch Dom und Ausstellung angeboten. Treffpunkt für die Führungen ist vor dem Greifswalder Dom (Domstraße/Caspar-David-Friedrich-Straße). Hier werden auch Informationen und ein schäumendes Getränk bereitgehalten.

Die Ausstellung “Turm und Tunnel” – kuratiert von Daniel Bartetzko, Karin Berkemann und Frank Schmitz – ist eine Kooperation der Universität Hamburg mit dem Online-Magazin moderneREGIONAL. Die Ausstellung wird gefördert von der Sutor-Stiftung. In Greifswald, wo die Ausstellung nach Hamburg zum zweiten Mal zu sehen sein wird, ist sie Teil der Veranstaltungsreihe "Experiment Moderne" der AG Kirche und Kulturerbe an der Universität Greifswald, gefördert vom Amt für Bildung, Kultur und Sport der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, von der Nordkirche, von der Sparkasse Vorpommern und von der Landesdenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern.

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8.9.2023, 18:00–19:00 Uhr: Straßenvernissage "Altstadtplatten. Bau und Kunst in Greifswald 1970–1990"

8.9.2023, 18:00–19:00 Uhr: Straßenvernissage "Altstadtplatten. Bau und Kunst in Greifswald 1970–1990"

In den 1980er Jahren hat Greifswald Architekturgeschichte geschrieben. Der Fotograf Martin Maleschka wirft heute einen besonderen Blick auf die ostmoderne Seite der Hansestadt.

Greifswald, Altstadtplatte in der Knopfstraße (Bild: Martin Maleschka)

In Greifswald wurde in den 1980er Jahren moderne Architekturgeschichte geschrieben. Die mittelalterliche Planstadt auf schachbrettartigem Grundriss schien perfekt für ein Experiment. Mit der Altstadtplatte wollte eine junge Planer*innengenration verfallende Straßenzüge passgenau rekonstruieren. Nur einzelne historische Häuser wurden bewahrt und neu in Szene gesetzt, während man die Neubauten in abwechslungsreichen Plattenformaten und mit künstlerischen Schmuckmotiven aufwertete.

Diesen ostmodernen Aufbruch rückt die Fotoinstallation “Altstadtplatten. Bau und Kunst in Greifswald 1970–1990” im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg (Martin-Luther-Straße 14) und im angrenzenden Kunstort "Das Fenster" (Lange Straße 75) neu in den Blick. Der Architekturfotograf Martin Maleschka verbindet so seinen ganz persönlichen Blick auf die hanseatische Spätmoderne mit originalen Zeugnissen der baubezogenen Kunst.

Um 18.00 und um 18:30 Uhr, als Teil der Greifswalder Kulturnacht, wird je eine Künstlerführung von Martin Maleschka durch den Ausstellungsteil im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg angeboten. Treffpunkt für die Führungen ist vor dem Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald (Martin-Luther-Straße 14). Hier werden auch Informationen und ein schäumendes Getränk bereitgehalten.

Die Ausstellung ist zu sehen vom 26. August bis zum 20. September 2023: im "Fenster" (Lange Straße 75, Greifswald) rund um die Uhr, im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg (Martin-Luther-Straße 14, Greifswald) jeweils montags bis mittwochs von 15:00 bis 18:30 Uhr (Ausnahme: geschlossen am 13. September) und parallel zu den öffentlichen Veranstaltungen des Kollegs. Das Projekt ist Teil der Veranstaltungsreihe "Experiment Moderne" der AG Kirche und Kulturerbe an der Universität Greifswald, gefördert vom Amt für Bildung, Kultur und Sport der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, von der Nordkirche, von der Sparkasse Vorpommern und von der Landesdenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern.

10.9.2023: Podcast: Bauen in der späten DDR-Zeit. Podcast mit Zeitzeug:innen

10.9.2023: Podcast: Bauen in der späten DDR-Zeit. Podcast mit Zeitzeug:innen

In Greifswald stießen in den 1980er Jahren zwei Realitäten aufeinander: Verfall und Neubau.

Greifswald, "City-Grill am Domeck", Ecke Martin-Luther-Straße/Lappstraße, 1989 (Foto: Lenore Lobeck, Copyright: Robert-Havemann-Gesellschaft)

In Greifswald stießen in den 1980er Jahren zwei Realitäten aufeinander: Verfall und Neubau. In Audio-Interviews kommen Zeitzeug:innen zu Wort, die den Verlust ihrer Altstadt betrauerten, die kreativ Nischen in den leerstehenden Häusern nutzten und auch jene, die optimistisch neue Bauten gestalteten.

Der Podcast ist am 10. September 2023 den ganzen Tag hier online abrufbar: www.uni-greifswald.de/kirche-und-kulturerbe/

Das Projekt, ein Angebot im Rahmen des Tags des offenen Denkmals, ist Teil der Veranstaltungsreihe "Experiment Moderne" der AG Kirche und Kulturerbe an der Universität Greifswald, gefördert vom Amt für Bildung, Kultur und Sport der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, von der Nordkirche, von der Sparkasse Vorpommern und von der Landesdenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern.


Veranstalter*innen und Partner*innen

Die Veranstaltungsreihe “Experiment Moderne”, veranstaltet von der AG Kirche und Kulturerbe an der Universität Greifswald, wird unterstützt vom Amt für Bildung, Kultur und Sport der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, von der Nordkirche, von der Sparkasse Vorpommern und von der Landesdenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern. Der Studientag wird veranstaltet von Tobias Braune-Krickau und Karin Berkemann für die AG Kirche und Kulturerbe an der Universität Greifswald in Kooperation mit dem Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz, unter der wissenschaftlichen Tagungsleitung von Karin Berkemann. Die Ausstellung “Turm und Tunnel”, kuratiert von Daniel Bartetzko, Karin Berkemann und Frank Schmitz, ein Projekt der Universität Hamburg mit dem Online-Magazin moderneREGIONAL, wird gefördert von der Sutor-Stiftung Hamburg und ist im September zu sehen im Dom St. Nikolai in Greifswald. Die Ausstellung “Altstadtplatten. Altstadtplatten. Bau und Kunst in Greifswald 1970–1990”, eine Fotoinstallation von Martin Maleschka, ist vom 26. August bis 20. September 2023 zu sehen bei den Kooperationspartnern der Ausstellung, beim Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald, und im angrenzenden Kunstort "Das Fenster".


Spring School "Kirche und Kulturerbe" 2023

Unterwegs zum interrelgiösen Zentrum

Vom 13. bis 19. Februar 2023 loteten Studierende in einer Spring School in Hamburg aus, ob und wie sich das Evangelisch-Lutherische Gemeindezentrum Mümmelmannsberg – ein denkmalgeschütztes Bauwerk, das von 1974 bis 1976 nach Entwürfen des Büros Grundmann – Rehder – Zeuner errichtet wurde – künftig nutzen und erhalten lässt. Gemeinsam erarbeiteten die Studierenden der Architektur, Kunstgeschichte und Theologie eine analoge und virtuelle Ausstellung zur Geschichte des Gemeindezentrums und möglichen Perspektiven.

Die Veranstaltung bildete eine Kooperation der Universität Greifswald, der Universität Hamburg und der TH Lübeck. Die Tagungsleitung lag gemeinsam bei Dr. Karin Berkemann (Universität Greifswald), Prof. Dr. Tobias Braune-Krickau (Universität Greifswald), Prof. Dr-Ing. habil. Sonja Hnilica (TH Lübeck), Dr. habil. Frank Schmitz (Universität Hamburg) und Dr. Farid Suleiman (Universität Greifswald). Das Konzept erstellte Dr. Karin Berkemann (Universität Greifswald). Die Veranstaltung war Teil der Greifswalder Reihe Spring School “Kirche und Kulturerbe”.

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Bilder: S. Hnilica und K. Berkemann

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